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Sternsinger - Tagebuch 2012

Montag, 2. Januar

Bamberger, Brezen und eine Rose

Eindrücke vom ersten Sternsingertag

 

Einen kraftvollen Beginn machten die Sternsinger von St. Walburga am ersten Aktionstag: gleich 21 Gruppen waren am Montag, 2. Januar, in den Straßen unseres Pfarrsprengels unterwegs: vormittags elf und nachmittags zehn Gruppen!

 

Wohl zum ersten Mal seit vielen Jahren kamen die Könige und Königinnen gehörig ins Schwitzen: pflichtbewusst waren alle mit Fleecejacke und Mütze zum Dienst erschienen, hatten ihr Gewand übergestreift - und dann trieben ihnen die unerwartet milden Temperaturen Schweißperlen auf die Stirn! (Die kühlenden Regentropfen während der Nachmittagsschicht erfrischten zwar die Kinder , ließen jedoch die Kostümfrauen seufzen, denn alles soll ja bis morgen um 9.00 Uhr wieder trocken sein!)

 

Jedoch die Mühe hat sich gelohnt: 4841,90 € waren im Lauf des Tages in den Sammelbüchsen gelandet. Außerdem wurde noch viel anderes von den Besuchten verschenkt: freundliche Worte und Tränen der Rührung, das eine oder andere Glas Saft und viele, viele süße Sachen!

Zwei Bäckereien spendierten den Hoheiten Bamberger Hörnchen und Brezen. In einem Fotogeschäft wurden die Könige gleich fachmännisch ins Bild gesetzt und mit je einem Abzug beschenkt. Eine wunderbare Rose bekam eine Gruppe geschenkt, die in einem Blumenhaus ihr Sprüchlein aufsagte - sie steht nun in einer Vase im Sternsinger-Hauptquartier und zieht bewundernde Blicke auf sich.

 

Danke allen, die unsere Sternsinger freundlich aufnehmen!


Dienstag, 3. Januar

Tolle Unterstützung für die Sternsinger
Blick hinter die Kulissen

 

Ein Blick auf die Liste von Gemeindereferentin Irene Keil zeigt: die Sternsingeraktion ist nicht nur bundesweit die Aktion mit der größten Teilnehmerzahl, sondern auch in der Pfarrei St. Walburga: 138 Personen vom Vorschulkind bis zum/zur "Ruheständler/in" engagieren sich in dieser Saison für bedüftige Kinder und Jugendliche in Nicaragua und in Indien. Im einzelnen sind das: 88 Sternsinger/innen (2 sind leider krank geworden), 35 Begleiter/innen und 15 Männer und Frauen im "Innendienst", die dafür sorgen, dass die Sternsinger und Begleiter gute Bedingungen für ihre Arbeit haben. Zwei wichtige Gruppen von Innendienstlerinnen sollen heute kurz vorgestellt werden:

 
Da sind erstens die Küchenfrauen. Essen gut, alles gut - das stimmt auch bei der Sternsingeraktion! Am Montag z.B. wurden für 70 Personen Gemüsesuppe und Nudeln mit Hackfleischsoße gekocht (alles frisch, nix Konserve!), am Dienstag für 60 Personen Nudelsuppe, Puten-Geschnetzeltes und Reis. Das Hochrechnen der Rezepte und das Einkaufen besorgt souverän Chefköchin Elisabeth Federl. Bei der praktischen Ausführung, beim Tischdecken und Spülen wird sie unterstützt von Elfriede Meindl, Aga Elflein, Daniela Eismann und Regina Hofmann. Kommen die Sternsinger von der Frühschicht zurück, quirlt alles vor Lebhaftigkeit. Und beim Essen herrscht nach dem Tischgebet fast andächtige Stille... 

 
Und da sind zweitens die Gewänder-Spezialistinnen. Hier führt Katharina Mack die Regie. Ihr zur Seite stehen Regina Hofmann und Birgit Hofmann. Die Zuteilung der Gewänder ist höchst anspruchsvoll, denn bei 45 Königen pro Schicht und nicht viel mehr als 50 Gewändern muss genau überlegt werden, wer welche Größe braucht, wer auf keinen Fall welche Farbe anzieht, welche drei/vier Gewänder in der Gruppe gut harmonieren und welche Kopfbedeckung dazu passt (...das ist ja auch vom Wetter abhängig). Schon am Vorabend stellen die Kostümfrauen die Gewänder für die Frühschicht zusammen und legen sie mit einem Namensschild auf dem Gruppentisch bereit, damit die Könige nur noch hineinschlüpfen müssen. - Anspruchsvoll ist der schnelle Kostümwechsel in der Mittagspause, v.a. wenn viele Sternsinger den Dienst beenden und die Nachmittagsgruppen hereindrängen. Da gilt es Nerven zu bewahren und die vier großen Kleiderständer (Leihgabe der Fa. Käferlein) unbeirrt von Tisch zu Tisch zu schieben, bis alle Könige der Spätschicht ausgerüstet sind!
 
Kein Wunder, dass unsere Sternsinger mit solcher Unterstützung Großes vollbringen: Die zehn Vormittags- und sechs Nachmittagsgruppen haben am 3.1. - dem zweiten Aktionstag - den gestrigen Betrag von 4841,90 € um 3918,48 € auf insgesamt 8760,38 € erhöht. Eine wunderbares Ergebnis, das alle Mitarbeitenden - Kinder, Jugendliche und Erwachsene - richtiggehend beflügelt hat!


Mittwoch, 4. Januar

Unterwegs mit einem guten Stern...
Wie ein Sternsinger seine Weihnachtsferien verbringt

 

Der "ganz normale Sternsingertag" beginnt kurz nach neun Uhr mit dem Eintreffen im großen Pfarrsaal. In den ersten Minuten ist Zeit für Organisatorischens: am Stadtteilplan an der großen Pinnwand nachschauen, wieviel Pink schon drauf ist (denn die Markierung mit pinkfarbenem Leuchtstift bedeutet: diese Straße haben wir schon geschafft!) - seinen Namen auf der Essensliste einschreiben - nachfragen oder nachlesen, wieviel an Spenden gestern zusammengekommen sind (und im Kopf immer vergleichen, ob ein neuer Rekord in Reichweite wäre...).
 
Mit dem Ankleiden warten erfahrene Sternsinger, bis die Gruppe komplett ist - sonst gerät man beim Warten leicht ins Schwitzen. Die Kostümexpertinnen beraten und helfen. Einmal noch wird das Lied gesungen und werden die Verse gesprochen, damit sich auch die Neueinsteiger/innen sicher fühlen.
 
Und dann geht's vors Haus zum Gruppenfoto! Das wird abends an jede/n Sternsinger/in und jede/n Begleiter/in verschickt; die Mail macht's kostengünstig möglich. Die Betreuer/innen haben von Gemeindereferentin Irene Keil einen Umschlag bekommen, in dem eine Beschreibung mit Karte ihres Arbeitsgebiets steckt und ein pfarramtlicher Ausweis, mit dem sie auf Verlangen ihre Seriosität nachweisen können. Außerdem führt jede Gruppe einen Stern, eine Sammelbüchse und ein Päckchen Segenskarten mit sich - und die Kreide zum Anschreiben des Haussegens über der Tür (alternativ Aufkleber für die vielen weißen Metalltüren, auf denen die Kreide nicht zu sehen ist).
 
Wessen Gebiet in der näheren Umgebung liegt, geht zu Fuß dorthin. Andere Gruppen werden vom Sternsingerchauffeur Peter Miller und seinen Kolleg/innen (Begleiter/innen mit Führerschein, hilfsbereite Eltern, Pater Adam) zu ihrem Anfangspunkt gebracht, damit nicht zuviel Zeit auf dem Weg verloren geht). Bei Gruppen über vier Personen kommt der blaue VW-Bus der Familie Hofmann zum Einsatz.
 
Nun beginnt die eigentliche Arbeit der Sternsinger: Sich schön vor der Haustür aufstellen - klingeln - warten, bis die Tür geöffnet wird - sich vorstellen und Grüße von der Pfarrei St. Walburga ausrichten - das Lied singen und die Verse aufsagen - anbieten, den Segen anzuschreiben - Fragen z.B. zur Spendenaktion beantworten - gute Gaben in Form von Geld und Naturalien annehmen - die Segenskarte übergeben - sich verabschieden - weitergehen zur nächsten Haustür. - So läuft es im besten Fall (und in den allermeisten Fällen) viele Male pro Schicht. Im ungünstigen Fall bleibt die Haustür zu oder wird den Sternsingern vor der Nase wieder zugemacht - dann muss man manchmal auch einen dummen Spruch oder eine fadenscheinige Ausrede "verdauen" und nach dem Vorbild Jesu "den Staub von den Füßen schütteln und weitergehen", wenn man nicht willkommen ist....
 
Nach drei Stunden ist die Vormittagsschicht vorbei. Die Gruppen gehen ins "Hauptquartier" zurück oder beordern per Handy den Chauffeur an den Treffpunkt. Im Pfarrsaal geht der erste Weg mit der Büchse zur "Finanzabteilung", wo Rainer Keil die Büchsen aufschließt, entleert und - oft mit Helfern - das Geld zählt. Die Süßigkeiten werden auf ihre Haltbarkeit geprüft und in große Kartons sortiert. Die Könige ziehen derweil ihre Gewänder aus, geben sie zurück oder legen sie auf ihren Gruppentisch, falls sie nachmittags noch mal antreten.
 
Nun ist es Zeit für das Tischgebet ("Alle guten Gaben" auf die Melodie von "We will rock you") und für das Mittagessen. Heute stärken wir uns mit Tomatensuppe mit Reis, Bratwürstchen, Semmeln (gespendet von der Firma HoWe bzw. von Bäcker Wunder) und Kartoffelsalat. Nachschlag ist kein Problem! Während des Essens können die Kinder per Mikrofon allen erzählen, was während ihrer Schicht Komisches, Lustiges oder Trauriges passiert ist.
 
Um 13.15 Uhr macht sich die Nachmittagsschicht bereit zum Einsatz - Ablauf wie oben geschildert. Manche Kinder gehen nur eine einzige Drei-Stunden-Schicht, andere sind schier unermüdlich und schaffen vier oder fünf Schichten. Manchmal muss die Mama oder der Papa bremsen, wenn noch etwas gelernt werden soll oder noch ein Familientermin ansteht. Die Gruppen kehren gegen 16.30 Uhr wieder ins Pfarrheim zurück und warten gespannt auf das Tagesergebnis. Noch ein Griff ins Naschkörbchen, dann kann dieser Sternsingertag zu Ende gehen!
 
PS: der 3. Aktionstag (4.1.2012) erbrachte 3687,67 €. Elf Gruppen sind am Vormittag gelaufen und fünf am Nachmittag. Wir freuen uns über ein Gesamtergebnis von bisher 12.448,05 €. - Danke allen, die dazu beigetragen haben!


Donnerstag, 5. Januar

"Wir waren schneller als Hagel und Gewitter!"
Sternsinger-Außendienst gut zu Ende gegangen.

 

Der Wetterbericht hatte nichts Gutes für den 4. Aktionstag (Donnerstag, 5.1.2012), verheißen: Dauerregen und Sturmböen; Empfehlung: Am besten zu Hause bleiben! Das genau wollten unsere Sternsinger nicht, denn sie hatten sich vorgenommen, 1) in diesem Jahr ALLE Straßen unserer Pfarrei zu besuchen und 2) das Rekordergebnis von 2011 (12.448,05 €) nochmals zu toppen! 
 
Also kamen die sieben Gruppen mit regendichten Jacken oder Schneeanzügen zum Dienst. Eine Begleiterin wendete ein: "Da werden die Leute aber enttäuscht sein, wenn die Kinder nicht schön angezogen sind!" - und daraufhin entschieden wir uns, die Königinnen und Könige wenigstens in "kleiner Ausrüstung" (= weniger emfindliche und schneller trocknende Umhänge) laufen zu lassen, ganz nach dem Motto: "Bei schönem Wetter kann jeder!"
 
Im Lauf des Vormittags wurde klar: wir schaffen beide Rekorde - und wir sind so gut wie "ausverkauft", was die Aufkleber betrifft (einige wenige sind beim Gottesdienst noch zu bekommen). Segenskarten mussten wir auch schon zweimal nachdrucken. Dem Verbrauch nach zu urteilen, hätten unsere Sternsingerinnen und Sternsinger in den vergangenen dreieinhalb Tagen also rund 8000 Haushalte in Eibach, Maiach, Röthenbach-Ost und Gerasmühle besucht...
 
Unmittelbar vor Dreikönig machten unsere Sternsinger auch Besuche in der benachbarten Kindertagesstätte St. Walburga (die Vorschulkinder staunten nicht schlecht, was ihre gleichaltrigen "Kollegen" da vollbringen!) sowie in drei Alten- und Pflegeheimen, die im Pfarrsprengel liegen. Dort sind die Kinder mit ihrer frischen und unverkrampften Art besonders willkommen. Manchmal fließen auch die Tränen, wenn das Singen und die Verse zu Herzen gehen...
 
Um 12 Uhr waren alle Gruppen wieder zurück im Pfarrheim. Unsere Chefköchin Elisabeth hat es sich nicht nehmen lassen, für die tapferen Sternsinger des heutigen Tages noch "Zwaa in am Weggla" herzurichten, die - ebenso wie die heiße Tomatensuppe - mit Genuss verschmaust wurden.
 
Und dann erwarteten alle mit Spannung das Endergebnis des heutigen Tages von Finanzchef Rainer Keil: 1068,54 € kommen zu den bis gestern gesammelten 12.448,05 € dazu - das ergibt die Rekordsumme von 13.516,59 €!!!! Hätten die 88 Sternsinger diese Summe von ihrem Taschengeld aufbringen müssen, dann hätte jede/r 153,60 € beisteuern müssen... - eine großartige Leistung!
 
Nicht nur die Helfer vom "Innendienst", die anschließend im Pfarrsaal mit dem Sortieren und Verpacken der Süßigkeiten begannen, waren erleichtert, dass das Unwetter erst um 13.00 Uhr losbrach und Eibach mit Blitz und Donner, Hagel- und Schneeschauern überzog. Alle Kinder waren zu Hause, und der "Außendienst" der Sternsinger hat ein glückliches Ende gefunden!


Freitag, 6. Januar

Alle Straßen geschafft und über 14.000 € gesammelt!

Eibacher Sternsinger hochzufrieden über doppelten Rekord

 

Im Dreikönigsgottesdienst am 6.1.2012 blickte Gemeindereferentin Irene Keil zurück auf die Sternsingeraktion der vergangenen Woche:

 
"Es kommt mir vor, als hätte ich eine Schatzkiste gefunden. Immer wieder greife ich hinein, hole einen glitzernden Edelstein heraus und habe meine Freude beim Anschauen. Dann fällt mir ein anderer auf, ein dritter, ein vierter… so ähnlich will ich es machen bei diesem Rückblick: Kostbarkeiten mit euch zusammen anschauen!

 

Die größte Kostbarkeit seid ihr – die 88 Sternsinger, die 35 Begleiterinnen und Begleiter und die 15 Leute vom "Innendienst"! Ausdrücklich schließe ich die mit ein, die gerne mitgemacht hätten und leider krank geworden sind. Überall hört und liest man, dass es in machen Pfarreien gar keine Sternsinger mehr gibt oder dass die Sternsinger nur mehr auf Bestellung kommen. Hier in Eibach ist das anders: 138 Mitarbeiter bei der Sternsingeraktion – davon können meine Kollegen rundherum nur träumen! 15 Kommunionkinder haben z.B. mitgemacht, sechs im vergangenen Oktober Gefirmte haben erstmals Gruppen begleitet. Zehn evangelische Kinder haben uns unterstützt und vier Kinder aus anderen Pfarreien.

 

Kostbar ist vor allem das, was ihr tut: Ihr bringt den Menschen Gott direkt ins Haus! Ihr erinnert sie, dass Jesus auch für sie zur Welt gekommen ist. Ihr sprecht ihnen einen Segen zu. Und: Ihr macht euch stark für eure Altersgenossen in Indien und Nicaragua; ihr helft ihnen, dass sie zu ihrem Recht kommen! Damit bringt ihr etwas Großes zustande: ihr verbessert die Welt! Die Bibel sagt dazu: "Das Reich Gottes ist im Kommen!"

 

Kostbar sind diese alten Traditionen und Bräuche: sich als König verkleiden, einen Stern tragen, einen Segen über die Haustür schreiben, das tun Kinder schon seit dem Mittelalter! - Bei einer Heimfahrt von Röthenbach-Ost haben wir überlegt, wie Menschen wohl leben, die keinen Jahreskreis kennen, für die Weihnachten, Ostern, Dreikönig keine Bedeutung hat. Wir fanden so ein Leben ziemlich ärmlich und waren dankbar, dass unsere Eltern und Großeltern uns diesen Reichtum weitergegeben haben. - Und jetzt sorgt ihr dafür, dass dieser schöne Brauch nicht verloren geht; ihr seid "Traditionsträger"!

 

Kostbar ist, dass die Sternsingeraktion die Generationen zusammenbringt. Unsere fünf jüngsten Sternsinger (6 Jahre alt) gehen noch in den Kindergarten. Unsere älteste Mitarbeiterin ist euch ungefähr 70 Jahre voraus. Dazwischen wimmeln Grundschüler und Jugendliche, junge, mittlere und ältere Erwachsene, Eltern und Großeltern. Wir haben uns prima verstanden!

 

Kostbar ist, dass bei der Sternsingeraktion viele Talente zusammenfließen: Computerprogramme für die Tagespläne entwerfen, königliche Gewänder nähen, schöne Segenskarten drucken, schwere Tische und Pinnwände heben, Kleider passend zusammenstellen, Dreikönigslieder singen und Verse auswendig sagen, mutig bei einer fremden Gruppe einspringen, große Hunde besänftigen, drei Stunden freundlich und höflich bleiben, Stadtpläne lesen, müde Kinder bei Laune halten, leckeres Essen kochen und sparsam wirtschaften, sorgsam das Geld verwalten, Kinder sicher im Auto transportieren, schöne Plastiktaschen und Kleiderstangen organisieren, schwere Rucksäcke schleppen, Fotos machen, Teller spülen, den Überblick behalten, Süßigkeiten gerecht verteilen.. .hast du dich mit deinem Talent entdeckt?

 

Kostbar ist, was ihr mir von euren Besuchen erzählt: an jeder Haustür, die sich öffnet, dürft ihr einen Blick in eine andere Welt tun.
Zum Beispiel gibt es Sternsinger und Begleiter, die waren zum ersten Mal in Röthenbach-Ost, obwohl dieser Stadtteil nur 1 km von unserer Kirche entfernt ist. Ganz wichtige "Pfadfinder" sind für uns deshalb die Kinder und Jugendlichen  aus Röthenbach-Ost, denn die kennen sich aus! 
 
Manches hat euch nachdenklich gemacht. Ein Mann hatte gestern Tränen in den Augen, als eine Gruppe bei ihm gesungen hat, und sagte zur Betreuerin: "Meine Frau hat das vom Himmel aus gehört." Sie ist im vergangenen Jahr gestorben.
 
Anderes hat euch genervt: Türen, die zu bleiben. Unhöflichkeit, faule Ausreden und doofe Sprüche. Die Bibel sagt über bestimmte Menschen: "Sie haben Augen und sehen nicht; sie haben Ohren und hören nicht" – d.h. ihre Augen und Ohren funktionieren schon, aber die Menschen verstehen nicht, was das bedeuten soll. Deshalb musstet ihr oft erklären, warum ihr als Könige verkleidet kommt und wofür ihr sammelt.

 

Zum Glück habt ihr viel mehr Lustiges und Schönes erlebt. Diese Kostbarkeiten will ich weitererzählen, damit wir uns gemeinsam daran freuen:

  • In einem Haus mussten sich die Sternsinger zum Singen unter den Christbaum stellen – "Sonst gilt’s nicht!" hat die Hausbesitzerin gesagt.
  • Ein Mann hat auf das Klingeln hin aus seinem Badfenster geschaut – er war gerade beim Duschen – und hat gebeten: Kommt in 10 Minuten wieder. Das hat die Gruppe gemacht; richtig guter Kundendienst!
  • Einer Frau hat die schwarze Farbe der Aufkleber nicht gefallen. Sie hätte lieber war Grünes oder Rosafarbenes gehabt, passend zur Wohnungseinrichtung!
  • Am Dienstag hat ein Möbelauto ein Sofa für den großen Pfarrsaal gebracht. Wir haben schon gedacht, das ist eine Spende für müde Sternsinger - dabei gehörte es für die Theatergruppe!
  • Ein Gruppenleiter hat schon um 10.30 Uhr die Notrufnummer gewählt: "Kann jemand mit dem Auto kommen? Unsere zwei Rucksäcke sind voll, wir können’s nicht mehr tragen!"
  • Die Gruppe, die in der Werkvolkstraße unterwegs war, ist ungefähr 6 x dem 66er-Bus begegnet, und jedes Mal hat der Busfahrer freundlich geklingelt.
  • Eine Frau ist extra zur Bank gefahren und hat Geld geholt, damit sie der Gruppe einen 20 € - Schein geben konnte.
  • Zwei Familien haben vor ihrem Urlaub ein Kuvert mit Geld und die Süßigkeiten bei ihren Nachbarn abgegeben, damit die Sternsinger auf jeden Fall etwas bekommen.
  • Eine Gruppe hat in einem Haus eine Pause eingelegt und kleine Schildkröten streicheln dürfen.
  • Ein Sternsinger hat sich lustig versprochen; es heißt: "Gottes Sohn ist uns geboren, freudig rufen wir es aus…" Stattdessen sagte er: "Gottes Sohn ist auferstanden, freudig rufen wir es aus…." – Vielleicht hat er sich gedacht: An Ostern gäb’ s besseres Wetter zum Sternsingern!
  • Und einen Mini-Krimi will ich noch erzählen: Ich sollte eine 5-köpfige Gruppe am Ende der Castellstraße abholen: Drei Jungs, zwei Gruppenleiter, und mache mir schon Gedanken, wie ich die wohl ins Auto kriege. Am Treffpunkt sehe ich nur drei Könige und den Sebastian. Der Yannick ist verschwunden. Ich denke mir:  vielleicht hat er sich geschwind in die Büsche geschlagen? Da springen die vier zu mir ins Auto, der Sebastian ruft: Wir müssen dem Mercedes da folgen, da sitzt der Yannick drin! O Gott, eine Entführung!? - Ich gebe Gas und presche hinterher um die Kurve zum Schussleitenweg – und nach 200 Metern ist die Fahrt zu Ende. Des Rätsels Lösung: ein Herr aus dem Schussleitenweg hat den ganzen Vormittag auf die Sternsinger gewartet und kurzerhand die Truppe aus der Nachbarstraße aufgegabelt. Und das Schönste: als sich die Jungs zum Singen vor der Haustür aufgebaut haben, da war der 2012er-Segen angeschrieben. Die Richtigen sind inzwischen da gewesen!

 

Kostbar ist die Zeit, die ihr alle geopfert habt: eure Ferien, euer Urlaub, euer Ausschlafen! (Manche Helfer können schon fast ein Feldbett im Pfarrsaal aufschlagen, die gehen nur zum Schlafen noch heim!) Danke euren Eltern für ihr Verständnis und ihre Unterstützung! Kostbar sind eure Energie, eure Begeisterung, eure Verbesserungsvorschläge und euer Durchhaltevermögen – zum ersten Mal, seit ich denken kann, haben wir es geschafft, alle Straßen zu besuchen. Rund 8000 Haushalte habt ihr besucht. Froh, dankbar und erleichtert sind wir, dass das Wetter mitgespielt hat und dass kein Unfall passiert ist. - Ganz kostbar ist unsere gemeinsame Freude über das Erreichte!
 
Und kostbar ist schließlich das, was ihr geschenkt bekommen habt von den Menschen: Berge von Süßigkeiten, Fotos, eine Rose, Bamberger, Krapfen, Brezen, Semmeln, Bratwürste, Glücksschweine – ganz viel Lob und Anerkennung und eine große Summe Geld: Mit 13.516,59 € in den Büchsen haben wir den Rekord von 2011 erneut überboten. Das Geld wird dringend gebraucht in Indien und Nicaragua, wir wissen das aus einem Film. Danke Ihnen allen für Ihre Großzügigkeit!"

 

Am Ende des Gottesdienstes sangen die Sternsinger nochmals ihr Lied und sagten ihre Verse auf für alle, die in der vergangenen Woche noch in Urlaub oder schon wieder in der Arbeit waren, und wurden mit kräftigem Applaus belohnt. Bei der allerletzten Zählung der in den Sammelbüchsen gelandeten Münzen und Scheine kamen nochmals 493.04 € zusammen, so dass wir mit 14.009,63 € sogar die magische 14.000er-Grenze durchbrochen haben. Nochmals allen ein herzliches Vergelt’s Gott!

 

Im großen Pfarrsaal fand anschließend die "Beuteverteilung" statt: jede/ Sternsinger/in, jede/r Begleiter/in, jede/r Innendienstler/in bekam eine große rote Tüte (Spende der LBS) mit vielen Süßigkeiten und einem kleinen Dankeschön-Brief von der "Aktion Dreikönigssingen", von Pfarrer P. Adam Kubalski und von Gemeindereferentin Irene Keil.    

 

PS: Es lohnt sich, am Wochenende den "Sonntagsblitz" zu lesen! Reporter Timo Schickler von der NN und Fotograf Hagen Gerullis haben bei unserem Dreikönigsgottesdienst vorbeigeschaut, Fotos gemacht und eifrig mitgeschrieben…

 

PS Nr. 2: In der Kirche liegen am Schriftenstand noch Segenskarten zum Mitnehmen aus.  Einige Aufkleber, die sie selbst beschriften können, erhalten Sie im Pfarrbüro! 





Fotos: Keil

















Fotos: Keil












Fotos: Rauh, Eismann und Keil