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Weltkirche live erlebt



Fotos: Annette Keil

Rückblick auf den Weltjugendtag 2011 in Madrid

 
Annette Keil und Laura Schalay aus unserer Pfarrgemeinde haben zusammen mit 120 Jugendlichen aus dem Bistum Eichstätt am Weltjugendtag in Madrid teilgenommen. Mit einigen Wochen Abstand blicken sie auf dieses große Ereignis zurück, das sie von 9. bis 23. August nach Alhama de Granada und Madrid führte. Ihre Eindrücke schildern sie in einem Weltjugendtags-ABC:

  • In Alhama de Granada war unser erster längerer Aufenthalt. Die Kleinstadt liegt ganz im Süden von Spanien und gehört zur Diözese Granada. Bekannt ist sie vor allem für die Oliven, die dort überall angebaut werden und die namensgebenden heißen Quellen (arab. al-ḥamma)
     
  • Busfahren: häufig und lange!!! – aber dank Siggi, unserem lustigen Busfahrer, einer Menge Musik und einer (in unserem Bus) gut funktionierenden Klimaanlage gut auszuhalten.
     
  • Camping: darunter zweimal in einer französischen Turnhalle, einmal unterm Sternenhimmel auf einem Campingplatz bei Valencia, dann ausnahmsweise 3 x in einem richtigen Bett, dann mit vielen anderen vor der Turnhalle in Granada; in Madrid dann wieder auf dem Pausenhof (diesmal aber überdacht, unter Fahrradabstellplätzen, insgesamt 6 x), und natürlich Open-Air auf dem Flughafengelände Cuatros Vientos, gemeinsam mit 1,5 Mio anderen Jugendlichen.
     
  • Die Deutschen Hüte, die wir zu Beginn der Fahrt als Erkennungszeichen bekommen haben, waren immer beliebte Tauschobjekte. Ansonsten haben wir leider kaum etwas dabeigehabt, nur ein paar "typisch deutsche Süßigkeiten" (Schokolinsen und Lachgummis…) während andere Gruppen teilweise massenhaft selbstgeflochtene Armbänder und/oder Schlüsselanhänger mitgebracht haben.
      
  • "Esta es la juventud del papa!" war einer der häufigst gehörten Sätze, der so viel wie "Das ist sie, die Jugend des Papstes!" bedeutet. Während unsere Gruppe, die ja vor allem die Gemeinschaft und der Hauch von Weltkirche begeistert hat, über solche lautstarken Bezeugungen meistens eher erstaunt war, war für die meisten Spanier sofort klar, dass wir ja eigentlich nur gekommen seien "um den Papst zu sehen".
     
  • Gemeinschaft, auch in schwierigen Situationen: innerhalb unserer Gruppe, mit unseren Betreuern, mit Jugendlichen aus der ganzen Welt und mit Gott. Das war es, was für uns den Weltjugendtag ausgemacht hat.
     
  • Auch Heimatlieder erklangen immer wieder - egal, ob nun beim bayrisch-spanischen Abend in Alhama, nach der Katechese mit den anderen deutschsprachigen Bistümern oder in einer madrilener U-Bahn, letztlich haben sogar wir Franken die Bayernhymne mitgesungen. Und dank unseres mitgebrachten Orchesters klang es sogar richtig gut!
     
  • Improvisationstalent war immer wieder von Nöten, beim spontanen Umzug in ein anderes Quartier, mit nur einem statt drei Bussen, beim Aufladen von etwa 120 Handys und Fotoakkus, für die es aber nur zwei Steckdosen gab und beim (auf die deshalb entstehenden Kurzschlüsse folgenden) Verhandeln mit der ausschließlich Spanisch sprechenden Turnhallenchefin. Und bei tausend anderen größeren und kleineren Überraschungen, die oft Resultat der "spanischen Pünktlichkeit" (quasi dem Pendant zur akademischen Viertelstunde) waren.
     
  • Jesus kam beim ganzen Weltjugendtag zu unserem Erstaunen eigentlich eher eine Nebenrolle zu. Ab und zu wurde der -mittlerweile- WJT-Schlager "Jesus Christ, you are my life" gesungenen, doch allgemein schien die Begeisterung für Maria, aber auch Benedikt XVI größer zu sein.
     
  • Katechesen gab es in Madrid 3 x, immer nach Sprache aufgeteilt und von einem (Weih-) Bischof gehalten. Dazu gehörten jeweils eine längere Predigt, oft mit Impulsen, die wir in Gruppen besprechen sollten, dann eine Messe mit dem betreffenden Bischof und die Möglichkeit, noch ein paar Fragen zu stellen.
     
  • Unser Leiterteam war einfach super!
     
  • In den Medien waren wir auch immer wieder; erst mal gab es natürlich bei den ganzen Großveranstaltungen überall Kamerateams, doch auch die Pressestelle der Diözese hat uns ein Reporterteam mitgeschickt. Immer wieder ist dann außerdem der Bayrische Rundfunk aufgetaucht, der eine Reportage über unsere und die Würzburger Gruppe gedreht hat, sodass wir uns nur ein paar Tage nach der Rückkehr im Fernsehen wiedergefunden haben.
     
  • Das Nachtleben, sowohl in Alhama, als auch Madrid, war ganz schön anstrengend. Nicht nur, dass fast alle Spanier bis spät abends unterwegs waren (unsere Gasteltern Juan und Teresa, beide um die 70, meinen um 12 Uhr nachts auf dem Marktplatz, dass wir uns ja dann in vielleicht einer Stunde treffen könnten und sie solange noch etwas mit Freunden machen), durch die siesta (lange Mittagspause) verschiebt sich der ganze Tagesablauf nach hinten, sodass oft bis Mitternacht Programm war.
     
  • Die Organisation von spanischer Seite aus war unserer Meinung nach ziemlich verbesserungswürdig. Vor allem auf Quatros Vientos gab es einfach zu wenige Wasserstellen, Sanitätsstationen und der Platz war auch extrem knapp bemessen. Sicherheitsschleusen an den Eingängen gab es zwar prinzipiell schon, benutzt wurden sie aber nur bei einem Bruchteil der Pilger, sonst hätte sich alles noch mehr verzögert.
     
  • Den Papst haben wir natürlich auch gesehen (und fotografiert…), sogar mehrmals: zuerst bei der Begrüßung auf der Plaza de Cibeles und dann auf dem Flughafen Quatros Vientos bei der Vigil, der Rundfahrt mit dem Papamobil und der Abschlussmesse.
     
  • Unsere Quartiere waren ganz verschieden, wie gesagt, manchmal in Gastfamilien, im gemütlichen 2-Bett-Zimmer, dann wieder in Turnhallen. Zuminderst in Madrid war es so, dass diese nur zwischen 22.30 und 10.30 Uhr geöffnet waren, teilweise aber erst später, weil unsere Voluntarios mit dem Auto noch langsamer als wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln waren. Zum Running Gag  hat sich mit der Zeit die Geschlechtertrennung entwickelt, selbst unser Gepäck hätten wir tagsüber beinahe nach männlichen/weiblichen Isomatten und Schlafsäcken sortiert...
     
  • In Rio de Janeiro in Brasilien wird der nächste Weltjugendtag stattfinden. Ob wir dort dabei sein werden, wissen wir noch nicht genau, schließlich ist es ja doch noch ein ganzes Stück weiter weg.
     
  • Spanische Spezialitäten, die wir versuchen durften, waren z.B. eine seltsam aussehende, aber sehr leckere Hühnersuppe, gebratene Blutwurst, Bratwürste, die den Nürnbergern sehr ähnlich sehen, Oliven(öl) in rauen Mengen, tortillas (Mischung aus Omelette und Bratkartoffeln) und das Nationalgericht paella. (Bewertung Annette: „Das Leckerste überhaupt!“ Laura: gar nicht erst probiert). In Madrid gab es ein Gutscheinsystem, weswegen wir recht häufig in den international bekannten Fast-Food-Ketten gelandet sind.
     
  • Trinken: Viel! Aber nicht cerveza (spanisches Bier, nicht mit dem Bayrischen zu vergleichen), sondern Wasser!
     
  • Unterschiede zwischen den verschiedenen Mentalitäten sind uns immer wieder bewusst geworden. Besonders in Erinnerung geblieben ist uns dabei eine kolumbianische Gruppe, mit der wir eine Andacht gefeiert haben. Ihr Jugendseelsorger hat z.B. zwei Leute (eine/n aus jedem Land) gesucht, die von ihrer Bekehrung zu Christus berichten. Was bei den Kolumbiern recht schnell ging, ist von unserer Seite letztlich darauf hinausgelaufen, dass ein Mädchen erklärt hat, wie man bei uns schon früh und ohne große Bekehrung in die Pfarreien hineinwächst.
     
  • Die Voluntarios waren die freiwilligen Helfer ohne die der WJT nie funktioniert hätte.  Die in Alhama waren hauptsächlich engagierte Pfarreimitglieder, die uns ganz familiär aufgenommen, bekocht und herumgeführt haben. Unsere Turnhallenbetreuungsvoluntarios in Madrid waren vermutlich von uns Nicht-Spanisch-Sprechern etwas überfordert und genervt, dafür aber (wie alle Voluntarios in Madrid, z.B. auch Pfadfinder, die einem Metropläne erklären) ganz leicht an grünen T-Shirts zu erkennen.
     
  • Das Wetter war genau das Wetter, das man sich wohl als Strandurlauber an der spanischen Küste wünscht – dementsprechend für eine Pilgerreise eher suboptimal… lange Fußmärsche bei mehr als 35 °C sind nur mit VIEL Wasser auszuhalten. Die erhoffte Abkühlung kam – aber leider gerade als Gewitter während der Vigil mit dem Papst, nach der wir alle draußen übernachten wollten…Es hat dann aber doch noch funktioniert, es war nur noch ein bisschen feucht überall.)
     
  • Xenofilia heißt laut unserem Spanischwörterbuch "Fremdenfreundlichkeit"! Und genau die haben uns eine Menge Leute immer wieder entgegengebracht!
     
  • Y ist auch Spanisch und sogar ein ziemlich häufiges Wort. Es heißt so viel wie "und". Unser Spanisch ist v.a. durch den Aufenthalt bei unserer Gastfamilie in Alhama, die weder Deutsch noch Englisch konnte, ganz brauchbar geworden…
     
  • Zuhause angekommen haben wir uns alle erst einmal über die vielen kleinen Dinge gefreut, die einem erst dann auffallen, wenn man eine Weile ohne sie auskommen muss; ein weiches Bett, eine saubere Dusche, ein richtiges Frühstück...

 

Annette Keil und Laura Schalay