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Von Irene Keil 
 
K i r c h e n z e i t u n g 
9. Oktober 2011 
 
für das Bistum Eichstätt  Nr. 41 
"Wir werden die Eibacher nicht vergessen"


Acht kleine "Nönnchen" und fünf echte Schwestern bei der Abschiedsfeier [Foto Harthy Hofmann]

Schwestern-Niederlassung nach 91 Jahren geschlossen / Die letzten Ordensfrauen sagen Ade.

 

Am Erntedank-Sonntag wurde mit der Verabschiedung der letzten beiden Schwestern die Niederlassung der Dillinger Franziskanerinnen in der Pfarrei St. Walburga in Nürnberg-Eibach aufgehoben. Damit ging eine 91 Jahre währende Ära zu Ende, ind eren Verlauf 32 Ordensfrauenin der Krankenpflege un der Nähstube, in der Kirchenmusik und der Sakristei, im Kindergarten und in vielen anderen pastoralen Bereichen wirkten. Schwester Hedwiga Tyroller und Schwester Waldrun Pflaum, die beiden zuletzt in Eibach tätigen Schwestern, sind bereits an ihren neuen Wohnort, das Alten- und Pflegeheim in Sendelbach gezogen. Von dort waren sie mit Provinzoberin Schwester Rita Walter und den Provinzrätinnen Schwester Carissa Kolbeck und Schwester Maria Uttenreuther gekommen, um in "ihrer" schön geschmückten ersten Kirchenbank in St. Walburga ein letztes Mal Platz zu nehmen, um die Eucharistie mit den Eibachern zu feiern.

 

Tanja Dreykorn vom Familiengottesdienst-Team, Pfarrer Pater Adam Kubalski und Diakon Peter Dinter machten darauf aufmerksam, dass der Dank an Gott sich an diesem Tag nicht nur auf die Erntegaben beziehe, sondern in besonderer Weise den 91 Jahre währenden Dienst der Schwestern beinhalte. Nach dem Segen versprach Schwester Hedwiga der Gottesdienstgemeinde, auch im Namen ihrer Mitschwester: "In unserem Herzen ist viel Platz. Wir werden die Eibacher nicht vergessen!"Nach der Eucharistie geleiteten acht kleine "Nönnchen" die Schwestern auf ihre Ehrenplätze vor der Kirche, wo die Abschiedsfeier stattfand. Von Pfarrgemeinderats-Sprecherin Brigitta Freckmann über Kindergartenleiterin Mechthild Greim bis zu Oberministrant Felix Winkelmann reichte die Liste der Laudatoren.

 

Vier der dreißig Zeitzeugen, die auf Anregung des Pfarramts im Vorfeld einen Zettel mit "Schwestern-Geschichten" abgegeben hatten, brachten die kleinen Anekdoten live zu Gehör: da war von Schwester Columbines Spezialrezept für heisere Kapläne ebenso zu erfahren wie von Schwester Meinholdas Entrüstung über ein Foto, das von der damals fast 80-Jährigen bei einer Lourdes-Wallfahrt entstand ("Sofort vernichten! Da schau ich ja aus wie eine alte Frau!").

 

Das abschließende Vergelt's Gott sprach Pfarrer Kubalski. Er hatte, nachdem der Beschluss zur Schließung der Ordensniederlassung gefallen war, in einem Brief an die Provinzoberin und Bamberg sein Bedauern ausgedrückt, aber zugleich auch eingeräumt: "Ich kann gut die Gründe nachvollziehen, die zu diesem Schritt geführt haben. Für Schwester Waldrun wurde das Treppensteigen und damit auch der Weg in die Kirche oder zum Arzt beschwerlicher. Immer wieder haben Sie uns in den letzten Jahren Schwestern geschickt, damit die Niederlassung nicht aufgegeben werden musste. Das ist nun leider nicht mehr möglich, weil der Nachwuchs fehlt. Die Schwestern waren ein fester Bestandteil unserer Pfarrei und haben das kirchliche Leben ganz wesentlich mitgeprägt. Wir schätzten und schätzen ihr liebenswürdiges Da-Sein, ihr Gebet und ihren aufopferungsvollen Dienst. Inzählige ratsuchende und trostbedürftige Menschen haben in dieser langen Zeit bei den Schwestern ein offenes Ohr gefunden, wurden im Gespräch und im Gebet aufmerksam begleitet. In diesem stillen seelsorgerlichen Dienst werden sie uns wohl am meisten fehlen."

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