Termine
Aktuelles
Online - AtemPause
Gottesdienst feiern
Glauben entdecken
Gemeinschaft erleben
Gemeinsam unterwegs
Pastoralraum Nbg-SW
Ökumene in Eibach
Eine-Welt-Laden
Bücherei
Musik in der Gemeinde
Kindertagestätte
Caritas
Gremien
Hilfe für Flüchtlinge
Spacer
Kontakt
Ansprechpartner
Zuständigkeiten
Netzwerk-Infos
Medienecho
News-Archiv
Geschichte
Heilige Walburga
60 Jahre St. Walburga
Ein Vorgeschmack...
...alles andere als...
Was gefällt Kindern...
Kirchenraum & Drumherum
Es ist staunenswert...
Ein Raum für das Gebet...
Zum runden Geburtstag...
Herzlichen Dank an ALLE...
Schwesternstation
Walburga-Jubiläumsjahr
Priesterjubiläum P. Adam
Partnerschaft Burundi
Jahr des Glaubens

Zum runden Geburtstag in festlichem Rot
Kirche St. Walburga begeht ihren 60. Weihetag



Fotos: Keil








Auf den Tag genau 60 Jahre nach der feierlichen Weihe ihrer Pfarrkirche St. Walburga luden die Eibacher Katholiken zum festlichen Gottesdienst mit anschließender Geburtstagsfeier ein. Das Jubiläumsteam unter Federführung der Pfarrgemeinderätinnen Brigitta Freckmann und Patrizia Arrigo-Daumenlang vermochte die Gäste aus Eibach und den benachbarten Gemeinden vielfach zu überraschen.

 

In festliches Rot getaucht und mit vielen Kerzen stimmungsvoll beleuchtet, präsentierte sich die Jubilarin am Abend des 20. Dezember. Über dem Herz-Jesu-Altar war ein Foto aus den 50er-Jahren projiziert, das den um die neue Kirche erweiterten Baukomplex von der Südseite zeigte: St. Walburga, rechts daneben die zum Pfarrheim umgebaute Willibaldkirche und anschließend das Pfarrhaus. (Das Jugendheim wurde erst später errichtet.)

 

Zur Eucharistiefeier versammelte sich eine große Gemeinde, darunter auch Gäste aus Maria am Hauch und St. Albertus Magnus. Beide Pfarreien wurden von Eibach aus gegründet und bilden heute mit St. Walburga zusammen die Seelsorgeeinheit Nürnberg-Südwest. Auch sämtliche Kleriker vom "Hauch" (Pfr. Jürgen Vogt, P. Tadeusz Majszyk und Diakon Michael Sporrer) sowie Pfr. Jonas Schiller von der evangelischen Kirchengemeinde Eibach und Gemeindereferent Matthias Bögl von St. Albertus Magnus gaben dem Geburtstagskind die Ehre. Ein Projektchor hatte unter Leitung von Maria Plutz meditative Lieder einstudiert. Die Liedbegleitung lag in Händen von Organistin Monika Heß und Regionalkantor Willibald Baumeister. 

 

Zu Beginn des Gottesdienstes verband Pfarrer Adam Kubalski die Anfänge mit dem Heute: "Wir feiern nicht nur, 60 Jahre lang ein Gebäude zu haben, sondern eine 60-jährige Segensgeschichte. Wie viele Menschen wurden hier getauft, sind zur Erstkommunion gegangen, wurden gefirmt und getraut,  haben getrauert, wie viele wurden hier durch Gottes Wort getröstet und durch Eucharistiefeier gestärkt? Wie viele Menschen haben hier schon Gott gelobt? - - - 60 Jahre! Jetzt feiern wir, und wir tun das, was die Generationen vor uns auch getan haben: wir stellen unser Leben vor Gott hin und fragen: Gott, was willst du mit meinem Leben? Und mit dem Leben unserer Gemeinde?"

 

 

In der Lesung und den Predigtgedanken entfaltete sich das Bild vom "Bau aus lebendigen Steinen", wie es im 1. Petrusbrief beschrieben ist. Pfarrer Kubalski erinnerte die Anwesenden daran, dass das, was wir heute sind, worin und wovon wir heute leben, Menschen vor uns mitgeprägt und aufgebaut haben". Dann übergab er das Wort an die "lebendigen Steine" von heute: vier Gemeindemitglieder zitierten aus den Ergebnissen der Umfrage zum Kirchengeburtstag, an der sich 113 Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligt hatten. Deren berührende Zeugnisse (nachzulesen in den News vom 18.-21.12.) regten die Anwesenden neu zum Schauen, Staunen und Danken an: Was gefällt MIR ganz persönlich in oder an der Kirche St. Walburga? Welchen Gottesdienst, welches Fest habe ICH in guter Erinnerung?

 

 

Am Schluss der Eucharistiefeier gab Pfarrer Kubalski mit einem Schmunzeln bekannt, dass St. Walburga wie jedes Geburtstagskind auch ein Geschenk erhalte; manche hatten die geheimnisvolle Rolle mit dem roten Schleifchen beim Adventskranz schon entdeckt: Frau FOL Gisela Dick hatte ein Antependium mit einem weihnachtlichen Motiv gestaltet, das bei dieser Feier gesegnet wurde. Ab dem Heiligen Abend wird das textile Kunstwerk den Volksaltar schmücken.

 

 

Nach dem Schlusssegen geleitete der Projektchor die Gottesdienstgemeinde mit dem Taizé-Lied "Laudate omnes gentes" hinaus auf den Kirchvorplatz, wo die Kinderpunsch- und Grog-Töpfe dampften und der Posaunenchor der Johanneskirche fröhliche Weisen - z.B. Swing aus den 50er-Jahren - spielte. Manche wären gern noch länger geblieben, aber da winkte ja noch die Geburtstagsfeier im 1. Stock!

 

 

An einer Original-Vespa aus den 50er-Jahren vorbei gelangten die Besucher/innen in den großen Pfarrsaal, und auch da gab es Überraschendes zu sehen: Gemeindemitglieder hatten Kleider, Dekorationsstücke, Kleinmöbel, Zeitschriften, Arbeitsgeräte und Fotos aus den 50er-Jahren leihweise zur Verfügung gestellt - das Ergebnis war ein Reigen aus Eindrücken: ein ehrwürdiges Telefon und eine ebensolche Rechenmaschine, eine Leder-Schultasche und eine Tütenlampe, ein Diercke-Atlas mit den noch sehr vorläufigen Grenzverläufen der Nachkriegszeit, eine Krokotasche und ein zierliches Hütchen, eine Brille in Schmetterlingsform an einem Chiffontüchlein, Fotos aus Eibach und der großen Welt, Briefmarken und 60 Jahre alte Ausgaben der "Brigitte", Kinderspielzeug und Blümchengeschirr, Wäschestampfer und Milchkanne, Petticoats, Capes und Kleider - die Krönung: das Brautkleid von Frau Margarete Ruppert, die im Sommer 1953 als eine der letzten Bräute in der Willibaldkirche mit ihrem Bräutigam vermählt wurde, während die Walburgakirche schon im Bau war. Ein Foto des glücklichen Brautpaars diente als "Beweisstück"! - Ein Hingucker waren auch die im Hintergrund gezeigten Aufnahmen von Werbeplakaten und Alltagsszenen aus den 50er-Jahren.

 

 

Nach dem Augenschmaus konnten sich die Gäste am Büffet stärken, das ebenfalls mit Köstlichkeiten aus den 50er Jahren bestückt war: Erbswurst-Suppe und Hawaii-Toast, Käseigel und Pumpernickel-Scheibchen, gefüllte Eier und Tomaten-Fliegenpilze, Butterbrot mit Zucker oder Salz, Waldmeister-Götterspeise, Vanillepudding und Marmorkuchen, Ananasbowle oder Erdbeersekt... die Anwesenden bewiesen durch ihren Appetit, dass das Vorbereitungsteam mit seiner Büffet-Idee ins Schwarze getroffen hatte!

 

 

Obwohl die Feier bewusst "ohne Prominenz" geplant war, stellte sich doch noch ein illustrer Gast ein: St. Walburga höchstpersönlich, dargestellt von Religionslehrerin Gabriele Zucker! Im mittelalterlichen Gewand, mit Pilgerstab und Ölkrüglein ausgerüstet, stellte sie sich den Fragen von PGR-Sprecherin Brigitta Freckmann und brachte die Anwesenden mit ihren humorvoll und kundig vorgetragenen Erinnerungen zum Lachen. Eine gelungene Überraschung!

 

 

Das letzte "offizielle" Wort blieb - wie es sich gehört - Pfarrer Adam Kubalski. Er dankte zunächst all denen, die "schon lange voraus dieses Fest im Blick hatten, es geplant und organisiert haben". Dann griff er nochmals das Bild von den "lebendigen Steinen" auf: Steine seien etwas Verlässliches, Tragfähiges, Widerstandsfähiges - aber "lebendigen" Steinen wohne zugleich eine Dynamik inne; sie seien in Erwartung, erfüllt von Sehnsucht, in Bewegung, auf der Suche nach Veränderung, im "Verbund", in Gemeinschaft mit anderen.

 

 

Ganz besonders hob er das Engagement der ehrenamtlichen Mitarbeiter/innen hervor, die ihren Dienst mit viel Liebe, Energie, Kreativität und hohem zeitlichem Aufwand tun. Ein "Jubiläumslebkuchen" mit dem Logo der beiden Kirchtürme solle ein kleines Zeichen des Dankes dafür sein, dass sie St. Walburga zu einer lebendigen und anziehenden Gemeinde machten.

 

Von:  Irene Keil