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11. Dezember 2016

Violett, rosa, weiß:

Was uns die Farben der Advents- und Weihnachtszeit erzählen

Fotos: Keil

Mit Gemeindereferentin Irene Keil entdeckten die Kommunionkinder am heutigen Sonntag adventliche Zeichen in der Kirche: den Adventskranz mit den drei Kerzen, die grünen Zweige und die Wurzel vor dem Altartisch, die violette Farbe beim Altartuch und an den Gewändern der Ministranten.

 

Und warum hatte dann Pfarrer Scholz ein Messgewand in Rosa an? Des Rätsels Lösung heißt: am 3. Adventsonntag feiert die Kirche mit dem Sonntag "Gaudete!" ("Freuet euch!") ein kleines "Zwischenhoch" - das Licht der Weihnacht macht sich mitten in der Zeit des sehnsüchtigen Wartens und Wachens bemerkbar. Das drückt sich in dem "aufgehellten Violett" aus, der Farbe Rosa.

 

In seiner Predigt bezog Pfarrer Tobias Scholz die drei Farben der Advents- und Weihnachtszeit sowie die Lesungen des heutigen Tages auf die momentane Situation im neu geordneten Pastoralen Raum Nürnberg-Süd-West.

 

Das Violett passe vielleicht zur Traurigkeit angesichts des Abschieds von der so genannten "guten alten Zeit", wo noch jede Pfarrei einen eigenen Pfarrer hatte, und zur Verzagtheit und Unsicherheit gegenüber den derzeitigen Veränderungen. Im Rosa könne man so manchen Lichtblick sehen, der sich mitten im Umbruch zeige: die guten Erfahrungen mit dem Projektchor beim Installationsgottesdienst beispielsweise oder der gelungene Jugendgottesdienst, der viel Zuspruch erfahren hat. Das festliche Weiß der Weihnacht verkünde dieselbe Botschaft wie die erste Lesung aus dem Buch Jesaja: "Die Wüste wird blühen!" Wir dürften eine große Fülle ersehnen und auf neue Aufbrüche gefasst sein: "Dann springt der Lahme wie ein Hirsch!"

 

Entscheidend sei die Haltung, zu der die 2. Lesung aufrufe: "Haltet geduldig aus!". Das Bild von dem Bauern aus dem Jakobusbrief, der geduldig den Regen und die Ernte abwarten müsse und nichts beschleunigen könne ("Wenn der Bauer die Pflänzchen in die Länge zieht, macht er sie kaputt!"), leuchtete auch den Kindern ein. So sollten wir uns selbst Zeit nehmen und sie auch einander schenken, damit im Pastoralen Raum etwas Neues wachsen kann.

 

Bei aller notwendigen Reform von Strukturen sei es am wichtigsten, dass die Beziehung des Einzelnen zu Gott wachsen könne. Dazu zitierte Pfr. Scholz den amerikanischen Franziskaner Richard Rohr: "Wenn man lange genug bei Gott rumhängt, beginnt der Typ abzufärben..." - Die "Farbe" Gottes sei die Herrlichkeit und die Pracht, von der die 1. Lesung spreche. Und wenn diese auf den Menschen "abfärbe", dann entstehe im Herzen eine tiefe innere Freude: "Kummer und Seufzen entfliehen"! 

 

Auch der Kirchenmusik merkten die Gottesdienstbesucher/innen den Gaudete-"Freudensprung" an, denn in die leisen Töne des Advent mischte Organistin Monika Heß heute kraftvolle Melodien: "Tochter Zion, freue dich! Jauchze laut, Jerusalem!"


Von: Irene Keil