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28. Mai 2010

DOBRÝ DEN heißt Guten Tag auf tschechisch

Auf Wiedersehen vielleicht im nächsten Jahr "Na shledanou"

Schon lange wollte ich einmal nach Böhmen, in die Heimat meiner Schwiegereltern.

Am Donnerstag konnte ich mich auf dem von Diakon Dinter organisierten Tagesausflug  von der wunderbaren Landschaft des Böhmerwaldes und Tepler Tales überzeugen.

 

Unsere erste Station, das Prämonstratenser-Kloster Tepl spiegelt die Weltgeschichte wider. Gegründet 1193 vom Seligen Hroznata, der von Kaiser Heinrich IV von der Teilnahme am Kreuzzug entbunden wurde, durchlebte das Kloster verschiedene Blüte-Epochen, brannte jedoch auch mehrfach ab, wurde von der Pest komplett entvölkert, wieder aufgebaut, brachte es zu Wohlstand vor allem durch die Einnahmen aus dem nahen Marienbad, das im 1. Viertel des 19. Jahrhunderts zu einem Weltbad aufgestiegen war. Nach dem 2. Weltkrieg wurde  das Kloster Sammellager bei der Vertreibung, amerikanisches Kriegsgefangenenlager, 1950 schließlich wie alle Klöster in der Tschechoslowakei aufgehoben und war dann bis zur Öffnung des Eisernen Vorhanges Kaserne der tschechischen Armee. Erst 1990 wurde das Stift Tepl den Prämonstratensern in einem total verwüsteten Zustand zurück gegeben. Seither versucht der Orden mit zäher Beharrlichkeit und mit Unterstützung vieler Institutionen und Wohltäter, das Kloster wieder in Stand zu setzen. Wir durften die Kirche, den Kapitelsaal, das Refektorium und  das Schmuckstück, die zweitgrößte tschechische Klosterbibliothek besichtigen  - überwältigend, 3-stöckig mit 100.000 Bänden, darunter den Codex Teplensis, eine Übersetzung des neuen Testamentes in die deutsche Sprache mehr als 100 Jahre vor Luther.

 

Nach dem Mittagessen im Restaurant des Klosterhotels fuhren wir durch das romantische Tepler Tal in das seit der Wende wieder aufblühende Marienbad. Ich kam mir vor wie in einem typischen K&K-Film. Marienbad ist ein Ort mit einem unwiderstehlichen Charme, einem sehr gepflegten Kurpark und einem herrlichen Kurbrunnen, der zu bestimmten Zeiten mit musikalischer Untermalung seine ganze Pracht entfaltet. An der belebten Geschäftsstraße am Rande des Kurparkes und in kleinen Hinterhöfen finden Sie alles, was Sie in einer Weltstadt suchen. Natürlich war ich nicht  bei Pierre Cardin sondern habe für zuhause eine Auswahl leckerer hauchzarter Waffeln, die sog. süßen Oblaten,  mitgebracht.

 

Nach einer gemeinsamen Andacht in der Kirche „Maria Himmelfahrt“ machten wir uns wieder auf den Heimweg. Diakon Dinter gab im Bus noch ein paar Witze zum besten und deutete schon an, dass wir im nächsten Jahr doch mal Karlsbad und Franzensbad besuchen könnten. Also uns hat es gefallen und wir wären wieder dabei.  ………… und Sie ?


Von: Renate Hacker