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11. Dezember 2007

Dezember-Treffen der Gebetsgemeinschaft "Cella St. Walburga"

Geistlicher Impuls zum Thema "Wüste" - Gebetsanliegen

Beim monatlichen Treffen der Gebetsgemeinschaft "Cella St. Walburga" am Montag, 10. Dezember, beschäftigten sich die Frauen mit dem Thema "Wüste" - dazu  passend die geistliche Lesung von P. Anselm Grün OSB (aus: Weihnachten – einen neuen Anfang feiern, Herder 2005):

 

Am zweiten Adventssonntag hören wir: “Eine Stimme ruft in der Wüste: Bereitet dem Herrn den Weg! Ebnet ihm die Straßen!“ Johannes tritt in der Wüste auf. Und die adventliche Stimme erklingt in der Wüste. Der Advent verheißt uns, unsere Wüste zu verwandeln, dass sie zu blühen beginnt. Die Wüste ist für uns heute ein Bild für unser Daseinsgefühl. Wir spre­chen von einer Betonwüste in den Städten, von der Wüste in den menschlichen Herzen, wenn alles leer und öde geworden ist. Wüste ist ein Bild für die Einsamkeit, für das Alleingelassen­werden. Wüste heißt Sinnlosigkeit, ohne Beziehung sein, vertrocknet, ausgedörrt sein. Für die Mönche im 4. Jahrhundert war die Wüste der Ort der Dämonen, der Ort, an dem das Dunkle sich herumtreibt, an dem das Böse nach dem Menschen greift. Oder man kann im Blick auf heute sagen: der Ort, an dem die Zeitgeister herrschen, der Zeitgeist der Gewalt, des Miss­trauens, der Ausbeutung, der Zerstörung. Entsprechungen für das Wort „Wüste“ sind: „öde, unbebaut, unbewohnt, einsam, wild, ungezügelt, hässlich, widerwärtig“. Mit all diesen Wör­tern wird auch unser heutiger Seelenzustand beschrieben. Wir spüren in uns Einsamkeit und Leere. Wir sind unbehaust, nirgendwo zu Hause. In uns sind wilde und ungezügelte Kräfte, die unser Gesicht hässlich erscheinen lassen. Die Wüste ist der Ort, an dem wir schonungslos mit uns und unserer widerwärtigen Wirklichkeit konfrontiert werden.

 

In der Wüste unseres Herzens sollen wir dem Herrn den Weg bereiten. Um den Weg für den Herrn bahnen zu können, müssen wir uns zuerst einmal hinauswagen in die eigene Wüste. Wir müssen all das Verdrängte, das Unterdrückte, das Schattenhafte in uns an­schauen und Gott hinhalten. Gerade dort will Gott zu uns kommen, nicht auf den Prachtstra­ßen Babylons, nicht auf den Straßen unseres Erfolgs und unserer Leistungen. Wir möchten Gott gerne außerhalb von uns begegnen, in erbaulichen Gottesdiensten, in der Gemeinschaft von Gleichgesinnten. Doch Gott will uns gerade in unserer Wüste entgegenkommen. Dort will er uns antreffen, um mit uns das Fest der Erlösung zu feiern, um mit uns eins zu werden und alles in uns zu verwandeln. Nur wenn wir Gott in unsere Wüste hineinlassen, kann Wirklich­keit werden, was Jesaja uns verheißt: „die Wüste und das trockene Land sollen sich freuen, die Steppe soll jubeln und blühenden…in der Wüste brechen Quellen hervor, und Bäche flie­ßen in der Steppe. Der glühende Sand wird zum Teich und das durstige Land zu sprudelnden Quellen“ (Jes 35,1.6). Mitten in unserer Wüste werden Quellen hervorbrechen. Aber die Wüste wird bleiben. Wir werden um die Quelle herum immer wieder in die eigene Wüste geraten und mit unserer inneren Leere konfrontiert. Aber der Advent verheißt uns, dass wir in unserer Wüste eine Quelle finden, aus der wir trinken können. Sie genügt, um unsere Wüste zu be­fruchten.

 

Die Wüste ist nicht nur der Ort der Leere und Sinnlosigkeit, der Versuchung und Anfech­tung, sondern auch der Ort der ersten Liebe zwischen Jahwe und seinem Volk. Die Wüste ist der Ort der Gotteserfahrung und Gottesbegegnung. In der Wüste wirkt Gott zahlreiche Wun­der. So wünsche ich Dir, dass Du in der Adventszeit den Mut aufbringst, in Deine Wüste hi­neinzugehen, dass Du dort aber auch erfahren darfst, dass Gott Dir nahe ist, dass er Dich auf seinen Händen trägt, dass er immer wieder einen Engel schickt, so wie dem Elija, der in der Wüste am liebsten sterben wollte, weil er keine Lust mehr am Leben hatte. Ich wünsche Dir, dass Dich Dein Engel durch die Wüste geleitet und dass er Dir die Augen öffnet, damit Du die Quellen entdeckst, die Deine Wüste erblühen lassen. Und ich wünsche Dir, dass Du mitten in deiner Wüste Gott selbst erfährst als den, der auf Dich wartet, um mit Dir eins zu werden und in Dir zu wohnen.

 

 

 

 

Manche der „Cella-Mitglieder“ hatten selbst schon die Wüste bereist und erzählten von ihren Eindrücken: von blühender Wüste, von Sandsturm, von schnellen Tag- und Nachtanbrüchen, von der Einfachheit und der Klarheit, von den Überlebensstrategien der Wüstenbewohner, aber auch von den harten Lebensbedingungen, den Grenzerfahrungen, den Gefahren. - Gemeindereferentin Irene Keil wies darauf hin, dass es in manchen geistlichen Gemeinschaften üblich ist, einmal pro Monat einen „Wüstentag“ zu halten, von den Brüdern und Schwestern im Kloster wegzugehen und sich Gott auszusetzen, ohne Ablenkung „der ersten Liebe“ (Hosea) nachzugehen. Sie ermunterte die Frauen zu eigenen Experimenten in dieser Richtung, z.B. zu einer „Wüstenstunde“ bei einem ein­samen Spaziergang.

 

Folgende Anliegen legten die Frauen beim Abendlob Gott vor bzw. nehmen sie den nächsten Monat hindurch mit ins Gebet:

  • Für drei Frauen, die schwere Krankheit und Operationen durchmachen mussten: dass sie nach wieder Lebensmut fassen und gesund werden
  • Für unsere Verstorbenen, besonders für eine verstorbene Taufpatin
  • Für zwei Mitglieder der „Cella“: um eine gute Reise und eine glückliche Heimkehr
  • Für einen kleinen Junge, der einen schweren Start ins Leben hatte: um Stabilisierung seiner Gesundheit und eine gute Entwick­lung
  • Für einen älteren Mann, der sich in schwerer Krankheit aufgegeben hat: dass er die schönen Seiten des Lebens noch erkennen kann
  • Für eine Abiturientin: um eine gute Entscheidung zur Berufswahl
  • Für zwei junge Frauen, die in kommenden Monat ihre Einkleidung im „Carmel de la Paix“ feiern: um ein Festwerden in ihrer Berufung
  • Für eine trauernde Familie: um die Kraft, jeden neuen Tag zu bestehen<//font><//font>

 

 


Von: Irene Keil